Eine kurze Chronik der Adolph-Diesterweg-Schule

Als Nebenstelle der Anton-Rée-Schule Allermöhe fingen wir dort am 1. Februar 1997 mit 23 Kindern in einem Pavillon an.

Am 7. August 1997 begannen wir in unserem noch nicht ganz vollendeten Neubau mit dem Unterricht. Die ersten Monate waren sehr spannend und werden uns sicher in lebendiger Erinnerung bleiben. Am 4. und 5. März 1998 wurde unser Schulgebäude offiziell eingeweiht.

Seit Januar 1999 konnten alle Räume ihrer Bestimmung nach eingerichtet und genutzt werden. Seitdem arbeiten wir daran, unserem Schulgebäude und unserem Schulleben ein eigenes Gesicht zu geben, unsere eigenen Traditionen zu entwickeln und zu guten Formen des Umgangs miteinander zu finden.

Vom 8. - 12. April 2000 ging die ganze Schule gemeinsam auf Schulfahrt nach Puan Klent auf Sylt! Nach Monaten der intensiven gemeinsamen Vorbereitung verbrachten alle Klassen, von der Vorschule bis zu den 4. Klassen, alle LehrerInnen, unsere Schulsekretärin Frau Böttcher, ja sogar unsere Schulärztin, Frau Thuneke, und mehrere freundliche HelferInnen aus dem Stadtteil (vom Sportverein bis zur Kirche) fünf einzigartige Tage im Schullandheim Puan Klent.

Wie alle Hamburger Schulen waren wir verpflichtet, ein Schulprogramm zu entwickeln. Am 10. Juli 2000 stimmte die Schulkonferenz dem fertigen Schulprogramm zu.

Zum fünften Geburtstag unserer Schule haben wir nicht nur kräftig mit dem Sommerfest im Juli 2002 gefeiert (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an den Elternrat für die wie immer hervorragende Organisation!). Wir haben auch, wie die Schulbehörde es von uns verlangte, die Umsetzung unseres Schulprogramms kräftig evaluiert und die Ergebnisse beim Sommerfest in Form einer Ausstellung präsentiert. Im Sommer 2002 verließ uns denn auch der erste Jahrgang, der von der Vorschule bis zur 4. Klasse unsere Schule besucht hatte. Zu diesem Jahrgang gehörte auch unsere erste, in Zusammenarbeit mit der Sprachheilschule Mümmelmannsberg eingerichtete Kombi-Klasse.

Unsere Schulleitung ist mittlerweile fest im Sattel - nach unserer Schulleiterin, Frau Dittmar, wurde im September 2002 auch unser Stellvertretender Schulleiter, Herr Behrens, von Lehrerkonferenz und Schulkonferenz bestätigt.

Zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 gehörten der Schule 440 Kinder an, die in 18 Klassen von 31 LehrerInnen unterrichtet werden. Bis jetzt und auch für die weitere Zukunft war und ist die vordringlichste Aufgabe, alle Menschen, die zu uns in den immer noch stetig wachsenden Stadtteil Neuallermöhe-West kommen, aufzunehmen und am Schulleben zu beteiligen. Wir sind, wie alle staatlichen Grundschulen in Hamburg, verlässliche Halbtagsgrundschule, d.h. alle Kinder werden von 8 - 13 Uhr durch die Schule betreut.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 nahmen wir für fünf Jahre am Projekt Selbstverantwortete Schule teil.

Außerdem führt seit 2004 unsere Schulberaterin Frau Diewold mit den Kindern, Kolleginnen und Eltern der Vorschulklassen sehr erfolgreich das Projekt "Family Literacy" sowie seit 2009 Elternkurse durch.

2007 feierte die Adolph-Diesterweg-Schule ihr zehnjähriges Bestehen! Zum 10. Geburtstag am 1. Februar gab der Zirkus Zaretti uns eine Sondervorstellung und im Juni wurde im Rahmen einer Projektwoche die ganze Schule zum Zirkus!

Seit 2009 haben wir eine neue stellvertretende Schulleiterin. Frau Fechner hat sich schnell in die neue Position eingearbeitet. Auch wurden wir in diesem Jahr Jeki-Schule. Seitdem lernen die Zweitklässler bei uns verschiedene Instrumente kennen, wählen aus und bekommen Instrumentalunterricht im ausgewählten Instrument ab der dritten Klasse, bis sie unsere Schule verlassen.

Im Jahr 2010 sollte die Adolph-Diesterweg-Schule - wie viele andere Grundschulen auch - selbständige Primarschule werden. Nach dem Volksentscheid im Sommer bleiben wir nun aber eine Grundschule und arbeiten laut unserem Leitbild "Fit und stark durch Fördern und Fordern" weiter.

Im Februar 2011 wurde unsere Schulleiterin Frau Dittmar pensioniert, der neue Schulleiter Herr Riebandt hat im Oktober seinen Dienst angetreten.

Seit 1. 8. 2013 sind wir teilgebundene Ganztagsschule. Es gibt viele interessante Kurse am  Nachmittag zu belegen: Man kann Sport und Spiele wählen, kochen lernen, singen und Musik machen, die Spielscheune wird besucht und vieles mehr. Unser Kooperationspartner ist der TSG Bergedorf, da wir „Bewegte Schule“ sind. Auch nimmt das gemeinsame Mittagessen eine zentrale Stellung in unserem Ganztag ein. Dafür wurde eine neue Mensa eingerichtet.

Auch  kamen neue MitarbeiterInnen, die den Ganztag an unserer Schule gestalten und bereichern. Dieses große neue Team, zusammengesetzt aus Lehrern, ErzieherInnen und Honorarkräften, wird von einer erweiterten Schulleitung geführt und moderiert: Schulleitung, Ganztagskoordination und Frau Fuchs als Förderkoordinatorin bilden das Team.

Seit 1. 8. 2016 ist die neue Schulleitung komplett. Frau Dr. Mallasch tritt nach jeweils 1,5 Jahren als stellvertetende und kommissarische Schulleitung ihren Dienst als bestellte Schulleiterin der Adolph-Diesterweg-Schule an. Unterstützt wird sie von Frau Pettersson als Stellvertreterin, die ebenfalls vorher 1,5 Jahre kommissarisch eingesetzt war.

Frau Beilner ergänzt seit 1. 8. 2019 die Schulleitung in ihrer Funktion als Didaktische Leitung der Schule.

Seit 1.2.2020 ist unsere Schule eine offene Ganztagsschule GTS. Das heißt, es gibt keinen verpflichtenden Unterricht am Nachmittag. Jeden Nachmittag werden bis 16 Uhr sportliche und kreative Aktionen unseres Kooperationspartners TSG Bergedorf für alle angemeldeten Kinder angeboten.

Zur Zeit sind wir vierzügig und in den Klassen herrscht eine Frequenz von 19 Kindern. Das individuelle Lernen eines jeden Einzelnen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Durch vielfältige offene Unterrichtsmethoden kommen alle Kinder auf ihre Kosten. Unsere Schüler lernen bereits ab der ersten Klasse Englisch.

Wer war eigentlich Adolph Diesterweg?

Als Adolph Diesterweg vor über 200 Jahren in der Stadt Siegen geboren wurde, gab es für die meisten Kinder in Deutschland wenig Möglichkeiten, regelmäßig eine Schule besuchen zu können.

Für uns ist es heute selbstverständlich, dass alle Kinder gemeinsam mindestens 4 Jahre in eine Grundschule gehen. Das war zur Zeit von Adolph Diesterweg ganz anders: Die gemeinsame Grundschule gab es nicht, sie wurde nach vielen Auseinandersetzungen erst vor gut 80 Jahren 1918 eingeführt. Es gab sogenannte Armenschulen für Kinder, deren Eltern nicht das Geld hatten, sie in eine höhere Schule zu schicken. Die Kinder der reichen Leute besuchten sogenannte "Vorschulen", in denen sie unter ihresgleichen waren. Die Kinder der meisten Leute im Land gingen oft nur während der Wintermonate zur Schule, weil sie im Sommer auf dem Feld und im Garten helfen mussten. Viele Kinder hatten noch schwerere Arbeit zu verrichten.

Sie waren in Fabriken angestellt, wo Stoffe gewebt oder Fäden gesponnen wurden. Ganz schlimm war für viele die Arbeit in Bergwerken, wo sie unter der Erde schuften mussten. 14 Stunden dauerte der Arbeitstag schon für 10jährige Kinder, die Geld für ihre Familien dazuverdienten. Zeit für Spiel und Sport blieb ihnen nicht. Viele wurden krank und starben früh.

Adolph Diesterweg wollte Lehrer werden und hatte viele Ideen, wie den Kindern zu helfen war. Bevor aber Kinder etwas in der Schule lernen können, müssen zunächst Lehrer lernen, wie man den Kindern am besten etwas beibringen kann. In den meisten Schulen damals unterrichteten Handwerker oder ehemalige Soldaten. Oft brachte der Schneider neben seiner Arbeit den Kindern ein wenig bei. Meistens waren das Bibelverse oder andere Sachen, die auswendig gelernt werden mussten. Viel gelernt hatten die Kinder bei solchem Unterricht nicht. Adolph Diesterweg wollte, dass Lehrer richtig ausgebildet sein sollten und half mit, Schulen (sogenannte Lehrerseminare) aufzubauen, in denen die Lehrer auf ihren Beruf vorbereitet wurden. Sie sollten lernen, dass Prügeln nichts dazu beiträgt, Kinder zu fleißigen Menschen zu bilden. Diesterweg selbst schrieb viele Schulbücher und hatte gute Vorschläge, wie Kinder Freude am Lernen finden konnten. Er ließ die Kinder forschen und vieles selbst entdecken.

Sport und Wanderungen in die Umgebung sollten ihre Gesundheit fördern. Diesterweg veröffentlichte 1835 einen "Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer", damit die Ausbildung der Lehrer in Deutschland vereinheitlicht werden konnte. Darin sind viele Gedanken enthalten, die sich Lehrer auch heute zu Herzen nehmen sollten. Zum Beispiel: "Sorge dafür, dass die Schüler alles behalten, was sie gelernt haben" oder "Suche den Unterricht anziehend zu machen". Diese und viele andere Vorschläge von Adolph Diesterweg können auch heute gelten. So soll unsere Schule mit ihrem Namen an einen Pädagogen erinnern, der die allgemeine Bildung aller Menschen erreichen wollte und den Lehrern hierfür ein Rüstzeug für den Schulalltag mitgab.

Jutta Dittmar, Schulleiterin in Pension

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